Foto: Tristan Vankann / fotoetage

Wir bei Active legen großen Wert darauf, mit interessanten Menschen zusammenzuarbeiten, die ihre Erfahrung und Kompetenz einbringen können und uns so mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies ist uns einmal mehr geglückt. Von nun an wird uns der Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Frank Imhoff, als Kurator unterstützen!

Bei seinem Einstieg haben wir ein kurzes Interview mit ihm geführt:

Sie sind seit Juli 2019 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Was ist die größte Herausforderung dieses neuen Amtes und was sind Ihre Ziele?

Bremen und Bremerhaven an so einer prominenten Stelle dienen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre. Jeder füllt dieses Amt unterschiedlich aus. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich das Amt wörtlich nehmen will: Es heißt schließlich BÜRGERschaftspräsident. Das heißt die Bürgerinnen und Bürger des Landes sollen in meiner Amtszeit im Vordergrund stehen. Nach meiner Beobachtung sind viele Menschen zunehmend enttäuscht von der Politik und wenden sich ab. Ich glaube, dass liegt auch daran, weil wir Politiker es versäumt haben, richtig zuzuhören und auf die Menschen zuzugehen. Das heißt für mich also, ich will kein Schreibtisch-Präsident sein, sondern raus zu den Bremerinnen und Bremern. Zum Beispiel arbeite ich als „Kollege Präsident“ jeden Monat in einem Betrieb mit. Bei so einer kompletten 8-Stunden-Schicht erfahre ich viel mehr als wenn ich als Präsident nur mit der Unternehmungsleitung einen Kaffee trinke.

Was hat Sie dazu bewegt, eine studentische Organisation wie Active als Kurator zu unterstützen? ​

Durch eine studentische Unternehmensberatung können Studierende völlig unterschiedlicher Fachbereiche wichtige Praxiserfahrungen, den Umgang mit echten Kunden und die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams schon im Studium kennenlernen. Ich glaube, diese Erfahrungen sind später in der Berufsfeld von großem Vorteil und unschätzbaren Wert. Weil ich selbst auch Unternehmer bin, weiß ich wie wichtig so etwas ist. Und ich war echt beeindruckt, wie viel Enthusiasmus und Engagement, wie viel Professionalität in dem Projekt steckt.

Wenn man sich Ihren Lebenslauf ansieht, dann merkt man: Sie sind ein Mann der Tat. Glauben Sie, dass ein Studium ausreichend Praxisnähe für junge Menschen bietet? ​

Das ist sicherlich auch abhängig vom Studiengang. Aber insgesamt habe ich den Eindruck: Da gibt es noch Luft nach oben, was den Praxisanteil angeht. Der ist so wichtig, weil er vielen Studierenden hilft für sich herauszufinden: Wohin genau will ich mich beruflich entwickeln? Wofür brennt mein Herz? Passt der Berufsalltag zu mir? Wir alle verbringen viel Zeit mit unseren Jobs - da ist es wichtig etwas zu finden, das auch Spaß macht.

Was kann eine studentische Unternehmensberatung ihrer Ansicht nach für Studierende und Unternehmen bieten? ​

Für Studierende wie gesagt ein „echtes“ interdisziplinäres Arbeitsumfeld. Und für Unternehmen bietet die Zusammenarbeit neben dem Auftrag an sich natürlich auch die Chance, junge Talente kennenzulernen und gegebenenfalls zu binden.

Welchen Karriere-Tipp würden Sie Ihrem 18-jährigen Ich mit auf den Weg geben, wenn Sie könnten? ​

Weil ich schon früh in die Landwirtschaft eingestiegen bin und den Hof meiner Eltern übernommen habe, habe ich Bremen eigentlich nie verlassen. Nicht falsch verstehen: Ich bin Bremer durch und durch. Aber ein Auslandsaufenthalt oder ein Jahr Work and Travel würde ich dem 18-jährigen Frank Imhoff vielleicht heute auferlegen.  Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben und das Eintauchen in fremde Kulturen ist wichtig für die eigene Entwicklung und den Einstieg ins Berufsleben.

Worin sehen Sie in Zukunft die größten wirtschaftlichen Herausforderungen für den Raum Bremen? Welche Risiken aber auch Chancen ergeben sich in dieser Betrachtung durch die Covid-19 Pandemie?​

Wir haben erlebt, dass in den vergangenen Jahren mehrere Unternehmen Bremen verlassen oder sich gleich für eine Ansiedlung an einem anderen Ort entschieden haben. Als Stadtstaat sind wir buchstäblich von der Konkurrenz umgeben. Darum ist es wichtig, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Sei es eine vernünftige Infrastruktur oder ausreichend Gewerbeflächen, aber auch gute Schulen und ausreichend Kita-Plätze sind Faktoren, die für Unternehmen zählen, wenn sie Fachkräfte gewinnen wollen.  Auch darum ist mir dieses Projekt so wichtig, damit wir gute Leute schon im Studium binden.

Corona hat die Unternehmen und Betriebe in Bremen und Bremerhaven vor große Herausforderungen gestellt. Ich habe in der Zeit nach dem Shut Down mittelständische Unternehmen aber auch Einzelhändler besucht. Und ich war wirklich baff: Obwohl viele um ihre Existenz kämpfen, hat kaum einer gejammert. Sondern alle haben versucht, kreative Lösungen und neue Wege zu finden, um mit der neuen Situation umzugehen. Für die meisten Unternehmenschefs stand die Sicherung der Arbeitsplätze an erster Stelle. Das hat mir gezeigt: Bremen kann wirklich stolz auf seine Kaufleute und Unternehmer sein.

Was schätzen Sie ganz besonders an Bremen?

Bremen und Bremerhaven sind lebenswerte, grüne Städte, mit großartigen Menschen. Das ist das Tolle an meinem Job: Jeden Tag lerne ich neue Menschen, Einrichtungen oder Initiativen kennen, die mit Herzblut bei der Sache sind und Bremen zu dem macht, was es ist: Nämlich weltoffen und tolerant. Obwohl ich manchmal bedauere nicht mal im Ausland gewesen zu sein: Bremen ist und bleibt meine Heimat - für immer!

Vielen Dank, Herr Imhoff, und willkommen im Active-Team!